Der HWD in Nizza / Monaco
24. - 27. Mai 2002


Nachfolgend ein paar Impressionen von unserem Kurztrip ! Die roten Texte sind aus dem Reiseführer. Es wohnt sich übrigens sehr nett im Negresco, kann man weiter empfehlen das Hotel. :-)

   

Das legendäre Negresco

Eines der letzten Grandhotels, in dem fast alle Mächtigen dieser Welt sündhaft teure Nächte verbringen und verbracht haben, ist ein lebender Mythos. Könnten die Wände der Bar reden, wüssten sie von Zechgelagen so hochkarätiger Gäste wie Coco Chanel, Hemingway oder Marlene Dietrich zu erzählen.

Der betuchte Gast muss nur noch seine Wahl treffen: zwischen der Suite im zweiten Stock, ausgestattet mit zeitgenössischer Kunst, jener im üppigen Imperial-Stil im dritten Stock oder vielleicht doch lieber der Hollywood-Suite, in der schon Camus, Sagan, Cocteau und Hemingway logierten.

Arm, aber ehrgeizig und mit großen Träumen kam der rumänische Immigrant Henri Negresco nach Frankreich. Innerhalb kürzester Zeit hatte er den Aufstieg zum Direktor des Casino Municipal geschafft. 1913 weihte er sein eigenes Hotel, einen fünfgeschossigen Bau mit Eckturm, ein. Mit dabei waren die VIPs der damaligen Zeit von Vanderbilt bis RockefeIler. Für die finanziellen Mittel hatte ein französischer Industrieller gesorgt.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Negresco dann als Hospital genutzt; bis Kriegsende war Henri Negresco bankrott, 1920 starb er. Das Hotel war dem Verfall preisgegeben, als es 1957 von der Familie Augier gekauft, restauriert und wieder eröffnet wurde. Seit 1974 steht es unter Denkmalschutz.
Heute ist das Negresco mehr Museum als Hotel: Der große Saal wird von einer Kuppel überwölbt, deren Entwurf von Gustave Eiffel stammt. Allein der Lüster in der Halle zählt über 16000 Kristalle. Der Gast wandelt unter der Kuppel auf dem größten und wertvollsten Teppich der Welt: Er misst 375 m². Sein Verkaufserlös würde ein Zehntel des Gesamtwertes des Hotels ausmachen (der Teppich wird nur noch zu besonderen Gelegenheiten ausgerollt). Klar, dass dieses Ambiente seinen Preis hat: So muss man im Saal des Ristorante Chantecler für eine Flasche Wein schon mal bis zu 4000 DM hinblättern! Aber wie gesagt, man kann sich ja auch nur einen Drink an der Bar gönnen. Das haben wir auch gemacht !

Unsere Zimmer !

Corinna hatte mit Abstand das Größte mit dem schönsten Ausblick Richtung Cannes.

Corinna Tina
Corinnas Wohnbereich
Auf gehts nach Monaco zum Warm up !
 

Als wir in Monaco von der Fähre stiegen, konnte man schon das Motorengedröhne hören. Corinna verzog jetzt schon das Gesicht wegen der Lautstärke. Ich fand das alles schon sehr spannend. Erster Anruf bei meinem Bruder um ihm die Atmosphäre zu beschreiben. Der Arme saß grün vor Neid zuhause. Unser Balkon war im Shangrila-Haus, das nicht einfach zu finden war. In unseren "schönen" Schuhen war der Aufstieg in die Stadt ganz schön anstrengend.
So sieht der Balkon aus. Das Wohnzimmer war ausgeräumt und ein Buffet aufgebaut. Das Essen war sehr lecker, der Wein natürlich auch ! Zum Hauptrennen waren ungefähr 15 Leute auf dem Balkon. Eigentlich alles Ferrari-Fans, bis auf den grünen links auf dem Bild. Er war durch und durch Jaguar-Fan. Sogar sein Handy war grün.

Von unserem Balkon konnte man die Strecke ganz gut einsehen. Leider konnten wir nicht in die Box von Schumi gucken.

Balkonaussicht links Balkonaussicht rechts
   
Beim Qualifying hatten wir viel zu gucken. In Sekundenschnelle hängt er am Haken. Wer das war muß ich noch nachschlagen ! :-)
Auf einer großen Leinwand über dem Hafen konnten wir das Rennen genau verfolgen. Außerdem hatten wir im Appartement auch einen Fernseher. Helge hielt mich per SMS über Unfälle im Tunnel und wichtige Infos auf dem Laufenden.
Nach dem Qualifying ieder per Fähre nach Nizza. Den  Tag haben wir dann mit einem tollen Essen ausklingen lassen.
Der Blick aus meinem Zimmer. Sonntag morgen sind wir nicht ganz so früh losgefahren. Wir wollten um 11.15 Uhr auf dem Balkon sein, um die Fahrerparade zu sehen. Die war sehr enttäuschend. Die Herren sind nur auf einem LKW einmal über die Strecke gefahren.
Blick vom Balkon auf die Tribünen. 
Auf so einem Schiff läßt sich das Rennen bestimmt auch prima geniesen. Für 10.000 $ Liegegebühr pro Tag.
Formels-1-Spektakel

Jede Kurve ein Mythos, jeder Kilometer Legende, der Formel-l-Circuit von Monte Carlo ist eines der faszinierendsten und schnellsten Straßenrennen der Welt. Zum ersten Mal fiel 1929 der Startschuss zu dem Spektakel.

Und alljährlich verändert der Grand Prix für eine Woche das Leben des Luxusortes an der Cote: Zäune werden aufgestellt, Fenster vernagelt, Netze gespannt. In der Luft liegt der penetrante Gestank von verbranntem Glyzerin, Benzin und abradiertem Gummi. Es hat überhaupt nicht gestunken, finde ich !

 

Das ist Schumi vor dem Rennen ! :-) 
Am zweiten Tag hatten sich Corinna und Gerhard zusätzlich zu den Ohrstöpseln mit "Mickymäusen" ausgerüstet. Nun konnte Corinna auch wieder lächeln !
Schumi fährt durch die Boxengasse. 
Wenn die Rennwagen ihre 78 Runden drehen, werden einfache Hausbesitzer zu Immobilienspekulanten und verschachern ihre Terrassen an Meistbietende. Schließlich ist es auch bei einem Mindestpreis von umgerechnet 150 Euro schwierig, einen dieser 40.000 Tribünenplätze zu ergattern (Balkon 2.500 Euro) ! Vom Ereignis selbst bekommen die Zuschauer eigentlich wenig mit. Kaum taucht einer der Rennwagen auf, ist er auch schon wieder hinter der nächsten Kurve verschwunden, und über den Stand des Rennens muss man sich sowieso am tragbaren Fernseher oder Radio informieren! Im langen Tunnel am Hafen erreichen die Fahrer eine Geschwindigkeit von fast 300 km/h.
St.-Paul-de-Vence
Am Montag hatten wir noch 1 Stunde Zeit für St.-Paul-de-Vence. Ein ganz süßer Ort. Dort würde ich gern mal ein paar Tage verbringen - wenn ich im Lotto gewonnen habe ! :-)

Das pittoreske Dorf (2500 Einw.) auf einer Hügelkuppe mit wehrhafter Befestigungsmauer und mittelalterlichem Flair war in den 20er Jahren Treffpunkt bekannter Künstler wie Braque, Matisse oder Picasso - und ihr Ruhm wird hier gnadenlos vermarktet. Durch die autofreien Gassen schieben sich im Sommer ganze Horden von Touristen.

Einen schönen Friefhof gab es auch ! Mit einer Superaussicht !
Fazit: Würde mich gern jedes Jahr zum Rennen einladen lassen ! Hat echt viel Spaß gemacht !