Eindrücke aus Prag

14. Juni - 18. Juni 2004

Das erste, was ich wirklich von Prag wahrgenommen habe, war dieser alte Teil des Bahnhofs. Allerdings stand hier noch ein alter Wagon. In der Tür des Waggons stand ein kleiner dunkelhaariger Kerl, der einen schwarzen Anzug trug und eine komische Brille.

Die Stadt hat aber wirklich schönere Ecken zu bieten, als dieses alte Gleis. Das erzählte uns auch der kleine Kerl im schwarzen Anzug. 

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z.B. die "Karlsbrücke" Prags, berühmtestes Wahrzeichen. Die Skulpturen sind Repliken, die Originale stehen im Lapidarium des Nationalmuseums.

Wir sind bestimmt 50 mal über diese Brücke gelaufen. Immer in der Hoffnung, den kleinen Kerl wieder zu finden, aber auch, weil der Blick von der Brücke auf die Burg und auf die Moldau wirklich wunderschön war.

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Abendstimmung auf der Karlsbrücke

Blick von der Karlsbrücke

Dieses Bild nenne ich "Wo kann er nur sein ?"  :-) Wir sitzen hinter dem "Four Seasons" und überlegen, wo wir den Kerl im schwarzen Anzug wieder finden können.

Etwas Gescheites ist uns nicht eingefallen, also sind wir wieder über die Karlsbrücke zur Burg hoch geschlendert.

Es ist jedem Pragreisenden zu empfehlen, mal am Abend dort 'rauf zu gehen. So kann man die "Goldene Gasse" nämlich ganz allein anschauen. Tagsüber kommt man da ohne Schlangestehen nicht rein.

So schön leer ist der Eingang des "Goldenen Gäßchens" am Abend.
So sieht das Ganze dann am Tag aus. Da hatte ich keine Lust mehr und bin wieder umgedreht. 
Das "Goldene Gäßchen" zählt laut Reiseführer zu den malerischten Plätzen in Prag. Aber wirklich nur am Abend. Mit Hunderten von Touristen ist das nicht besonders stimmungsvoll.

Im 17. Jahrhundert wohnten in dieser Gasse die Goldschmiede. Daher kommt der Name. Im 19. Jahrhundert war das Viertel zum Slum verkommen. In den 50er Jahren mussten die Mieter ausziehen und man renovierte die Häuser. Es befinden sich kleine Geschäfte in den Häuschen. Berühmte Schriftsteller wohnten hier. z.B. der Nobelpreisträger Jaroslav Seifert und Franz Kafka. Kafka lebte mit seiner Schwester 1916/16 im Haus Nr. 22 .

Ein Denkmal für Franz Kafka vor der spanischen Synagoge.

Die Spanische Synagoge wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im maurischen Stil erbaut. Die reich mit Stuck verzierten Gewölbe erinnern an die spanische Alhambra. Daher kommt der Name. Drinnen durfte man nicht fotografieren. 

Das hier ist die Altneusynagoge. Europas älteste Synagoge und eines der ältesten Gebäude Prags. Sie wird heute noch benutzt und ist dann selbstverständlich für Besucher geschlossen.

Besonders beeindruckend fand ich die Pinkas-Synagoge. Die Synagoge dient heute als Gedenkstätte für die ermordeten tschechischen Juden. 77.297 Namen stehen dort mit Geburts- und Sterbedatum an der Wand. Man kommt in diese Räume und begreift so am ehesten den Wahnsinn des Dritten Reiches. Noch keine Gedenkstätte hat mich so beeindruckt wie diese. Mit Tränen in den Augen stand ich inmitten einer lärmenden Schulklasse.

Im ersten Stock sind Zeichnungen von Kindern, die in Theresienstadt umgekommen sind, ausgestellt. Auch eine sehr ergreifende Ausstellung. In allen Synagogen durfte nicht fotografiert werden. Ich habe mich an diese Regel gehalten. Es gibt im Internet nicht viele Bilder vom Inneren der Pinkas-Synagoge. Nur im Zusammenhang mit dem Hochwasser. 

Hier eine sehr schöne Seite zum Thema Prag u.a. mit einem Foto einer Wand aus der Pinkas-Synagoge: 77.297 Schicksale

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"Alter jüdischer Friedhof" - Über 300 Jahre durften die Prager Juden ihre Toten nur auf diesem kleinen Friedhof begraben. Aus Platzmangel schichtete man die Toten in bis zu zwölf Schichten übereinander. Über 12.000 Grabsteine stehen heute noch auf diesem Friedhof. Vermutlichen ruhen hier 100.000 Verstorbene.

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Auf unserer Suche nach dem kleinen Kerl fanden wir dieses Denkmal zu Mozarts Aufführung des "Don Giovanni".

Wir sind allerdings der Meinung, daß das ein Nazgul ist !

Der St.-Veits-Dom

Das Grab des heiligen Johannes von Nepomuk wurde 1736 aus massiven Silber gearbeitet.

Königliches Mausoleum - hier ruht Ferdinand I. - mit seiner Frau und Sohn Maximilian II.

An der reichverzierten Westfassade leiten kunstvoll gestaltete Wasserspeier das Regenwasser ab.

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Links der Vladislav-Saal im Königspalast. Rechts ist die Reitertreppe, auf der gelangten die Ritter hoch zu Roß in den Saal, in dem sie Turniere austrugen.

Dieses Fenster kennt jeder aus dem Geschichtsunterricht. Es ist das Fenster, das durch den "Prager Fenstersturz" 1618 berühmt wurde.

Der Pulverturm in der Prager Burg. Hier waren die Wohnungen und Werkstätten der Büchsenmacher.

Eingang zur Karlsbrücke

Kirche der Jungfrau Maria vor dem Tyn - die gotischen Türme der Kirche zählen zu den auffallendsten Erkennungszeichen der Altstadt.

Nikolauskirche an unserem Lieblingsplatz Staromestske Namesti. 

ehemalige Prager Stadtversicherung - heute das Handelsministerium.

Das Altstädter Rathaus mit der berühmten astronomischen Turmuhr. 

Der Uhrmachermeister Hanus hat sie 1490 gebaut. Es wird erzählt, daß man ihm das Augenlicht nahm, damit er kein vergleichbares Meisterwerk mehr bauen kann. Zur vollen Stunde stehen Menschenmassen vor der Uhr, um die Parade der zwölf Apostel zu sehen. Den Auftakt gibt der Tod, ein Skelett zur Rechten der Uhr. Er zieht am Seil in seiner Hand, hebt das Stundenglas in seiner linken und dreht es um.

Wir hatten fünf tolle Tage in Prag. Auch wenn wir den kleinen Kerl nicht wiedergefunden haben, hatten wir viel Spaß in dieser schönen Stadt. Das war sicher nicht unser letzter Besuch !